Der zielführende Prozess

Viele Unternehmen haben heute eine klare Vorstellung davon, warum sie Video einsetzen wollen. Was oft fehlt, ist das Wie.

«Das Video-Con­tent-Play­book» | Die Blog-Arti­kel-Serie zum Buch 6/6

von Jürg Steudler

Vie­le Unter­neh­men haben heu­te eine kla­re Vor­stel­lung davon, war­um sie Video ein­set­zen wol­len. Was oft fehlt, ist das Wie. Sprich eine wie­der­hol­ba­re Mecha­nik, die alle Aspek­te des Ein­sat­zes von Video Con­tent ein­be­zieht: Von der Visi­on, über eine schlag­kräf­ti­ge Stra­te­gie, über Umset­zungs­kon­zep­te und ‑for­ma­te über das Fin­den, Ent­wi­ckeln und Aus­for­mu­lie­ren von Geschich­ten – bis hin zur Gestal­tung und zum media­len Einsatz.

Teil IV im Video-Con­tent-Play­book adres­siert die­se Lücke und füllt sie mit einem ein­fa­chen Pro­zess. Hier eine Zusammenfassung:

Revol­vie­ren­der Pro­zess statt linea­re Abfolge

In vie­len Orga­ni­sa­tio­nen wird Video immer noch als linea­re Abfol­ge ver­stan­den: Idee → Dreh → Schnitt → Ver­öf­fent­li­chung. Das funk­tio­niert bei spo­ra­disch rea­li­sier­ten Ein­zel­pro­jek­ten, wird aber pro­ble­ma­tisch, sobald Video regel­mä­ßig, kanal­über­grei­fend und stra­te­gisch ein­ge­setzt wer­den soll.

Der im Buch beschrie­be­ne Pro­zess ver­steht Video als ite­ra­ti­ves Sys­tem, das geplant, gestal­tet, erzählt, ein­ge­setzt und kontinuierlich opti­miert wird.

Pha­se I: Per­spek­ti­ve – ohne Klar­heit kei­ne Wirkung

Der Pro­zess beginnt nicht mit For­ma­ten oder Sto­ries, son­dern mit einer Per­spek­ti­ve. In der ers­ten Pha­se geht es um die Steue­rungs­ele­men­te: Situa­ti­ons­ana­ly­se, Visi­on und Bewegtbildstrategie.

Zu beant­wor­ten­de Fragen:

  • Wo steht das Unter­neh­men heu­te kommunikativ?
  • Wel­che Rol­le soll Video künf­tig spielen?
  • Wel­che Ziel­grup­pen, The­men und Märk­te sind relevant?
  • Was ist das rea­lis­ti­sche Zielbild?

Wich­tig ist dabei die Ein­bin­dung der Füh­rungs­ebe­ne von Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Ohne kla­res Man­dat der Unter­neh­mens­lei­tung und ohne stra­te­gi­sche Ver­an­ke­rung kann Video nicht zum erfolgs­re­le­van­ten Busi­ness Asset aus­ge­baut wer­den. War­um ist das wich­tig? Weil Video die mit Abstand anschau­lichs­te und emo­tio­nals­te Medi­en­gat­tung ist und damit nach­hal­tig zum Unter­neh­mens­er­folg bei­tra­gen kann.

Pha­se II: Gestal­tung – Kon­sis­tenz und Kohärenz

In der Gestal­tungs­pha­se wird das Fun­da­ment für die lang­fris­ti­ge visu­el­le Wir­kung gelegt. Statt Vide­os ein­zeln zu gestal­ten, geht es dar­um, mög­lichst sinn­vol­le und auf den stra­te­gischen Grund­ge­dan­ken basie­ren­de Prin­zi­pi­en, Regeln und visu­el­le Leit­plan­ken zu definieren.

Dazu gehö­ren:

  • Moti­on-Bran­ding-Prin­ci­ples (Tona­li­tät, Dra­ma­tur­gie, Bild­spra­che, Techniken)
  • Moti­on-Design-Prin­ci­ples (Bewe­gung, Rhyth­mus, Layouts)
  • fir­men­ty­pi­sche Realbildwelten
  • Vor­la­gen, Bau­stei­ne und Video-Design-Packages

Der ent­schei­den­de Gedan­ke: Gute Gestal­tung redu­ziert lang­fris­tig Kom­ple­xi­tät. Wer visu­el­le Stan­dards eta­bliert, beschleu­nigt Pro­duk­ti­on, erhöht Wie­der­erkenn­bar­keit und senkt Kos­ten – bei hoher krea­ti­ver Qualität.

Pha­se III: Geschich­ten – Sys­te­ma­tisch gute Narrative

Sto­rytel­ling wird im Buch nicht als krea­ti­ve Ein­zel­dis­zi­plin ver­stan­den, son­dern als Teil eines orga­ni­sier­ba­ren Ent­wick­lungs­pro­zes­ses. Aus­gangs­punkt ist das soge­nann­te Sto­ry­fin­ding: das sys­te­ma­ti­sche Iden­ti­fi­zie­ren von The­men, Auf­hän­gern und Nar­ra­ti­ven aus dem Unternehmenskontext.

Statt stän­dig neue Ideen «zu suchen», ent­steht ein wach­sen­der Fun­dus an:

  • The­men
  • Insights
  • Story­an­sät­zen
  • For­matideen

Dar­auf auf­bau­end folgt das Sto­ry­de­ve­lo­ping: die struk­tu­rier­te Ent­wick­lung von Kon­zep­ten, Tre­at­ments und Scripts – abge­stimmt auf Ziel, Kanal, Bud­get und Produktionslevel.

Ein zen­tra­ler Take-Away: For­ma­te schla­gen Einzel­kreationen. Seri­el­le For­ma­te ermög­li­chen Ska­lie­rung, Kon­sis­tenz und einen deut­lich höhe­ren Out­put pro inves­tier­tem Franken.

Pha­se IV: Anwen­dung – Wir­kung im Einsatz

Krea­ti­on und die media­le Dis­tri­bu­ti­on gehör­ten schon im ana­lo­gen Zeit­al­ter eng zusam­men. Aber schon damals wur­de die Wich­tig­keit des Zusam­men­spiels zum Teil etwas unter­schätzt. Heu­te ent­schei­det die­ses Zusam­men­spiel dar­über, ob Video sei­ne Wir­kung tat­säch­lich ent­fal­tet. Es geht um Medi­en­wahl, Mecha­nik, Dis­tri­bu­ti­on, Test­ing und Optimierung.

Kon­kret bedeu­tet das:

  • Video in Cus­to­mer Jour­neys planen
  • Chan­nel-Logi­ken ken­nen, ernst neh­men und mit der Krea­ti­on aufnehmen
  • Video-Mar­ke­ting-Fun­nels auf­bau­en und weiterentwickeln
  • Lear­nings sys­te­ma­tisch aus­wer­ten und in die nächs­te Ite­ra­ti­on einbringen

Der ein­zel­ne Film ist idea­ler­wei­se kein abge­schlos­se­nes Pro­dukt, son­dern Bau­stein in einem selbst­ler­nen­den Sys­tem. Wir­kung ent­steht nicht beim ers­ten Upload, son­dern durch kon­se­quen­te Weiterentwicklung.

Fazit: Ein dis­zi­pli­niert durch­ge­spiel­ter ite­ra­ti­ver Pro­zess macht Video skalierbar

Das Video-Con­tent-Play­book zeigt: Wer Video stra­te­gisch ein­set­zen will, braucht einen kon­se­quent ange­wen­de­ten Pro­zess. Per­spek­ti­ve, Gestal­tung, Geschich­ten und Anwen­dung grei­fen dabei wie Zahn­rä­der ineinander.

Unter­neh­men, die die­sen Pro­zess eta­blie­ren, schaf­fen die Vor­aus­set­zung dafür, Video nicht situa­tiv, son­dern per­ma­nent, plan­bar und wirk­sam ein­zu­set­zen – und genau dar­in liegt die Stär­ke der Systematik.

➜ Die­ser Arti­kel ist Teil der Serie zu mei­nem Buch «Das Video-Content-Playbook»

Das Video-Con­tent-Play­book zeigt, wie Unter­neh­men Video stra­te­gisch, sys­te­ma­tisch und ska­lier­bar ein­set­zen kön­nen. Es schließt die Lücke zwi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie und ope­ra­ti­ver Umset­zung und ver­bin­det Mar­ken­füh­rung, Cor­po­ra­te Design, Moti­on Bran­ding, Con­tent-Sys­te­ma­tik zu einem ganz­heit­li­chen Ansatz. Das Buch rich­tet sich an Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fis, die Video nicht als Ein­zel­maß­nah­me, son­dern als inte­gra­len Bestand­teil der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­ste­hen und effi­zi­ent auf eine Mehr­wert-zen­trier­te Con­tent-Land­schaft über­tra­gen wollen.

Basie­rend auf 30 Jah­ren Erfah­rung in Krea­ti­on, Moti­on Design, Film­pro­duk­ti­on und stra­te­gi­scher Bera­tung lie­fert das Play­book pra­xis­na­he Frame­works, Best Prac­ti­ces und kon­kre­te Tools für die Ska­lie­rung von Video Content.

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