Mit kluger Führung zu starken Filmen

Leadership macht aus der Kreativität und dem Einsatz von Videoteams institutionelles Know-how.

von Jürg Steudler

In Kurz­form: Inter­ne Film­teams (und ganz all­ge­mein Krea­tiv­teams) brau­chen mehr als Talent und Tech­nik: Sie brau­chen kom­pe­ten­te und umsich­ti­ge Füh­rung – eine Lea­der­ship die Moti­va­ti­on, Team­kul­tur und Unter­neh­mens­zie­le har­mo­nisch ver­eint. Ent­schei­dend ist, bereits bei der Rekru­tie­rung Fach­kräf­te zu wäh­len, die ihre krea­ti­ven Ambi­tio­nen und ihre Leis­tungs­be­reit­schaft mit den Marken‑, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Team­zie­len ihres Betriebs ver­bin­den kön­nen (und wollen).

Danach geht es dar­um, den Krea­ti­ven kla­re Zie­le zu set­zen, Respekt und fach­li­che Exzel­lenz im All­tag zu för­dern und toxi­sche Ver­hal­tens­mus­ter kon­se­quent zu unter­bin­den. Unter­neh­men, die es aus­ser­dem schaf­fen Aner­ken­nung, Peer-Feed­back und Wis­sens­aus­tausch gezielt zu för­dern, rea­li­sie­ren nicht nur mehr und bes­se­re Vide­os, son­dern bau­en lang­fris­tig wert­vol­les insti­tu­tio­nel­les Know-how auf.

War­um ist das wich­tig? Für Abtei­lun­gen der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on wird Video mehr und mehr zur wich­tigs­ten Medi­en­gat­tung. Damit stei­gen die Anfor­de­run­gen an inter­ne Video­teams: Sie müs­sen in weni­ger Zeit mehr Out­put rea­li­sie­ren und dabei mar­ken­kon­form, ziel­ge­rich­tet und krea­tiv arbei­ten. Für Team­lea­der, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lei­ter und das obe­re Manage­ment wird es des­halb immer wich­ti­ger, die Arbeits­leis­tung und die krea­ti­ve Ener­gie von Video­teams sys­te­ma­tisch auf die Unter­neh­mens­zie­le aus­zu­rich­ten. Wer das nicht aktiv führt, ris­kiert Rei­bungs­ver­lus­te, unein­heit­li­che Qua­li­tät und Video Con­tent, der kom­mu­ni­ka­tiv zu wenig Wir­kung fürs Bud­get entfaltet.

In vol­ler Länge:

War­um inter­ne Krea­tiv- und Film­teams anders geführt wer­den müssen

Inter­ne Video-Con­tent-Teams sind heu­te in vie­len Unter­neh­men Rea­li­tät. Die Tech­nik dafür ist schnell beschafft. Schwie­ri­ger ist es ein Video-Team so ein­zu­set­zen und so zu füh­ren, dass es dau­er­haft gute Arbeit liefert.

Denn Film-Umset­zungs­teams (und Krea­ti­ve im All­ge­mei­nen) funk­tio­nie­ren nicht wie Stra­te­gen, Pla­ner oder Pro­jekt­lei­ter. Sie bestehen aus Men­schen mit gestal­te­ri­schem Selbst­ver­ständ­nis, hoher Sen­si­bi­li­tät für Qua­li­tät und oft sehr unter­schied­li­chen Vor­stel­lun­gen davon, was «gute Arbeit» bedeu­tet. Des­halb bedarf die Füh­rung sol­cher Teams beson­de­rer Aufmerksamkeit.

1. Moti­va­ti­on beginnt bei der Rekrutierung

Die Moti­va­ti­on ein­zel­ner Krea­ti­ver lässt sich nur begrenzt steu­ern. Natür­lich kann man gute Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen, Feed­back geben, Zie­le klä­ren und Ent­wick­lung ermög­li­chen. Aber die rich­ti­ge Grund­hal­tung einer Per­son ist entscheidend.

Dar­um ist die sorg­fäl­ti­ge Selek­ti­on von Krea­tiv­per­so­nal von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Es reicht nicht, jeman­den ein­zu­stel­len, der tech­nisch stark ist, schö­ne Bil­der macht und ein gutes Show­re­el mit­bringt. Ent­schei­dend ist auch:

Passt die Per­son zu ihren Auf­ga­ben im Unter­neh­men? Ver­steht sie Kom­mu­ni­ka­ti­on als Dienst­leis­tung? Kann sie mit Brie­fings, Mar­ken­wer­ten und Ein­schrän­kun­gen pro­duk­tiv umge­hen? Will sie Teil eines Teams sein – oder vor allem ihre eige­ne Hand­schrift durchsetzen?

Ein inter­nes Video-Team braucht Men­schen, deren Ambi­tio­nen gros­se Über­schnei­dun­gen mit den Zie­len des Unter­neh­mens und dem Selbst­ver­ständ­nis des Teams auf­wei­sen. Sonst ent­ste­hen spä­ter Kon­flik­te, die sich kaum lösen lassen.

2. Team­kul­tur ent­steht nicht von selbst

Krea­ti­ve Zusam­men­ar­beit braucht Respekt. Nicht als lee­re Wort­hül­se, son­dern täg­lich trai­niert und gelebt.

Respekt bedeu­tet: Die Team­mit­glie­der ver­ste­hen die Auf­ga­ben und Qua­li­tä­ten der ande­ren. Sie wis­sen, wie und war­um Kon­zept, Pro­duk­ti­on, Kame­ra, Schnitt, Moti­on Design, Ton, Pro­jekt­lei­tung und inter­ne Auf­trag­ge­ber alle zur Qua­li­tät beitragen.

Ein gutes Krea­tiv­team braucht gemein­sa­me Bezugspunkte:

regel­mäs­si­ger fach­li­cher Aus­tausch, gemein­sa­me Reviews, klei­ne Ritua­le, Work­shops, gemein­sa­me Wei­ter­bil­dung, Besu­che von Events oder Kon­gres­sen, und vor allem eine Füh­rung, die fach­li­che Exzel­lenz ein­for­dert und vorlebt.

Team­kul­tur ent­steht nicht durch ein ein­zel­nes Team-Event. Sie ent­steht durch wie­der­hol­te gemein­sa­me Erfah­run­gen und durch kla­re, vor­ge­leb­te Stan­dards im Alltag.

3. Zie­le müs­sen krea­tiv und geschäft­lich anschluss­fä­hig sein

Krea­tiv­teams brau­chen Zie­le. Aber nicht nur Out­put-Zie­le wie «mehr Vide­os pro­du­zie­ren» oder «KPIs erreichen».

Sinn­vol­le Zie­le für inter­ne Film­teams lie­gen auf meh­re­ren Ebenen:

Ver­läss­lich­keit (Ter­min­treue, Bud­get­ein­hal­tung, Brie­fing­treue, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wir­kung, Mar­ken­kon­for­mi­tät) Ambi­ti­on (Stre­ben nach ste­ti­ger Ver­bes­se­rung; nach Team‑, Unter­neh­mens- und per­sön­li­chem Erfolg; nach krea­ti­ver Qualität)

Team­fä­hig­keit (Team­per­for­mance, Know­ledge Manage­ment, gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung, Wei­ter­ent­wick­lung der Teammitglieder.)

Das ist wich­tig, weil Krea­tiv­teams sonst nur über krea­ti­ve Qua­li­tät dis­ku­tie­ren. Die­se ist zwar Vor­aus­set­zung, aber längst nicht genü­gend, um für das Unter­neh­men erfolg­reich zu sein. Ein gutes Ziel­sys­tem macht sicht­bar, wor­an gute Arbeit gemes­sen wird. Es ver­bin­det krea­ti­ve Qua­li­tät mit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wir­kung, Mar­ken­füh­rung, Effi­zi­enz und Lernfähigkeit.

Wich­tig ist: Zie­le müs­sen klar for­mu­liert, schrift­lich akzep­tiert und regel­mäs­sig trans­pa­rent aus­ge­wer­tet und bespro­chen wer­den. Nur so ent­steht Verbindlichkeit.

4. Ego­is­ti­sche Ver­hal­tens­wei­sen ver­gif­ten Kreativteams

In Krea­tiv­teams gibt es bestimm­te Mus­ter, wel­che die Füh­rung nicht dul­den darf:

Das ers­te ist L’art pour l’art: Krea­ti­vi­tät um ihrer selbst wil­len. Video Con­tent im Unter­neh­men ist kei­ne freie Kunst­form. Er dient einem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ziel. Krea­ti­ve Frei­heit ist wich­tig, aber sie muss inner­halb von Mar­ke, Stra­te­gie, Ziel­grup­pe und Brie­fing sinn­vol­le Leit­plan­ken erhalten.

Das zwei­te ist beruf­li­cher Dün­kel. Das zeigt sich, wenn ein­zel­ne Spe­zia­lis­ten ihre eige­ne Dis­zi­plin über­hö­hen und ande­re Funk­tio­nen abwer­ten. Gera­de in Film­teams ist das gefähr­lich, weil Qua­li­tät nur ent­steht, wenn das Zusam­men­spiel gut funktioniert.

Das drit­te sind pri­va­te König­rei­che. Damit sind Wis­sens- oder Macht­be­rei­che gemeint, die ein­zel­ne Mit­ar­bei­ten­de künst­lich für sich bean­spru­chen. Nie­mand soll­te exklu­siv über ein The­ma, ein Tool, einen Pro­zess, einen Look oder einen Arbeits­schritt herr­schen. Das beschä­digt Team­geist, Qua­li­tät und insti­tu­tio­nel­les Know-how. Die Füh­rung muss hier früh reagie­ren. Nicht aggres­siv, aber konsequent.

5. Krea­ti­ve brau­chen Aner­ken­nung – gera­de wenn sie ihr Wis­sen und ihre Erfah­rung tei­len sollen

Ein oft unter­schätz­ter Punkt: Krea­ti­ve leben stark von ihrem krea­ti­ven Anse­hen. Das ist kein Neben­aspekt. Für vie­le Krea­ti­ve ist die fach­li­che Aner­ken­nung durch Kol­le­gen, Vor­ge­setz­te und inter­ne Kun­den der zen­tra­le Motivationsfaktor.

Wer will, dass Krea­ti­ve ihr Wis­sen tei­len, ande­re unter­stüt­zen und sich in gemein­sa­me Stan­dards ein­brin­gen, muss ihnen Sicht­bar­keit geben.

Das kann über Peer-Reviews gesche­hen. Über inter­ne Prä­sen­ta­tio­nen. Über klei­ne Wett­be­wer­be. Über Tuto­ri­als. Über Case-Prä­sen­ta­tio­nen. Oder ein­fach dadurch, dass gute Arbeit öffent­lich im Team benannt wird.

Wich­tig ist: Aner­ken­nung darf nicht nur an das spek­ta­ku­lärs­te Ein­zel­werk gehen. Sie soll­te auch Koope­ra­ti­on, Wis­sens­wei­ter­ga­be, Zuver­läs­sig­keit und Wei­ter­ent­wick­lung sicht­bar machen.

Denn genau die­se Fak­to­ren machen ein inter­nes Krea­tiv­team lang­fris­tig wertvoll.

Fazit: Krea­tiv­teams brau­chen Füh­rung in zwei­fa­cher Hinsicht

Die Füh­rung inter­ner Film- und Krea­tiv­teams muss zwei Din­ge gleich­zei­tig leis­ten: Sie muss krea­ti­ve Ener­gie ermög­li­chen. Und sie muss die­se Ener­gie auf die Unter­neh­mens­zie­le aus­rich­ten. Das gelingt nicht mit Mikro­ma­nage­ment. Aber auch nicht mit gren­zen­lo­ser krea­ti­ver Frei­heit. Gute Füh­rung bedeu­tet hier: die rich­ti­gen Men­schen ein­stel­len, kla­re Zie­le set­zen, Respekt und Exzel­lenz för­dern, toxi­sche Mus­ter früh stop­pen und Wis­sens­tei­lung belohnen.

Auf einer über­ge­ord­ne­ten Ebe­ne bedeu­tet es, das Krea­tiv­team intern rich­tig «auf­zu­hän­gen». Film­teams gehö­ren nicht in die «Inter­nen Diens­te» oder als Neben­gleis in die IT. Sie gehö­ren als Kom­pe­tenz-Zen­trum in die Kom­mu­ni­ka­ti­on. Falls es meh­re­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­b­tei­lun­gen gibt, am bes­ten in jene, wel­che bereits den gröss­ten Video-Out­put beisteuert.

Ein gros­ser Feh­ler ist die Auf­tei­lung der Krea­ti­ons- und Umset­zungs­kom­pe­tenz auf ver­schie­de­ne Kommuni­kations­abtei­lun­gen oder Toch­ter-/Schwes­ter­fir­men. Nur ein zen­tra­li­sier­tes Video-Team kann sei­ne vol­le Wir­kung entfalten.

Unter­neh­men, die sich fokus­siert auf­stel­len, machen aus ihrem Video-Team mehr als eine Pro­duk­ti­ons­res­sour­ce. Sie schaf­fen einen stra­te­gisch wich­ti­gen Asset und über die Zeit hin­weg wert­vol­les insti­tu­tio­nel­les Know-how.

Ich bera­te Unter­neh­men in allen Fra­gen der Video-Con­tent-Kom­mu­ni­ka­ti­on – nicht theo­re­tisch, son­dern sehr prak­tisch ori­en­tiert aus dem eige­nen Arbeits­all­tag her­aus. Wenn Sie wis­sen wol­len, wie ein krea­ti­ves und schlag­kräf­ti­ges Video-Con­tent-Kon­zept für Ihr Unter­neh­men aus­se­hen könn­te, mel­den Sie sich für ein Erstgespräch.

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