Ressourcen für eine effiziente und effektive Video-Content-Kommunikation

Viele Unternehmen investieren heute schon ernsthaft in Video Content. Die strategische Absicht ist vorhanden, die Kanäle sind definiert, der Bedarf ist offensichtlich. Und trotzdem stockt die Umsetzung. Nicht wegen mangelnder Kreativität, sondern wegen falsch eingeschätzter oder zu wenig effizient organisierter Ressourcen.

«Das Video-Con­tent-Play­book» | Die Blog-Arti­kel-Serie zum Buch 5/6

von Jürg Steudler

Teil III des Video-Con­tent-Play­books setzt hier an: bei den rea­len Vor­aus­set­zun­gen, die erfüllt sein müs­sen, damit Video nicht nur punk­tu­ell funk­tio­niert, son­dern lau­fend, dau­er­haft und nach­hal­tig Wir­kung ent­fal­tet. Hier eine Zusammenfassung:

Per­so­nal: War­um über­stürz­ter Team­auf­bau oft der fal­sche ers­te Schritt ist

Ein häu­fi­ger Reflex: Sobald Video wich­ti­ger wird, soll ein Inhouse-Team auf­ge­baut wer­den. In der Pra­xis geschieht das oft zu früh – und/oder aus den fal­schen Grün­den. Das Buch zeigt auf, war­um ohne insti­tu­tio­nel­les Grund-Know-how bis zu einem Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men von zwi­schen 100 und 200 Vide­os pro Jahr ein fes­tes inter­nes Film­team oft kei­nen Sinn macht.

Ent­schei­dend ist meis­tens eher, ob Film­teams kom­pe­tent geführt wer­den kön­nen. Inter­ne Teams wie auch exter­ne Part­ner lie­fern nur dann kon­stant gute Ergeb­nis­se, wenn sie inhalt­lich, stra­te­gisch und gestal­te­risch sau­ber gebrieft und umsich­tig geführt wer­den. Dafür braucht es in ers­ter Linie Video Liter­acy auf Entscheiderebene.

Ein wei­te­rer zen­tra­ler Punkt: Video gehört orga­ni­sa­to­risch in eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons- oder Mar­ke­ting­ab­tei­lung, nicht in die IT, inter­ne Ser­vices oder «irgend­wo hin». Video Con­tent ist kei­ne Tech­nik-Ser­vice­leis­tung, son­dern ein Kommunikationsinstrument.

Das Play­book beschreibt ver­schie­de­ne sinn­vol­le Orga­ni­sa­ti­ons­for­men: vom rei­nen Pro­du­cer-Team über VJ-Model­le bis hin zu Video-Labs oder Social-Media-Ein­hei­ten. Ent­schei­dend ist dabei ein ein­fa­cher Grund­satz: Die Team­form lei­tet sich aus der Bewegt­bild-Stra­te­gie ab – nicht aus vor­han­de­nen Res­sour­cen oder per­sön­li­chen Präferenzen.

Tech­nik: War­um «mehr Equip­ment» sel­ten die Lösung ist

Tech­nik wird im Video-Umfeld sys­te­ma­tisch über­schätzt. Das Buch emp­fiehlt klar: Mie­ten statt kau­fen, aus­ser bei häu­fig genutz­ter Main­stream-Tech­nik. Jede Anschaf­fung soll­te durch eine Voll­kos­ten- und Ver­gleichs­rech­nung legi­ti­miert sein.

Zudem sind Inves­ti­tio­nen in Tech­nik ohne par­al­le­le Inves­ti­tio­nen in Know-how weit­ge­hend wir­kungs­los. Kame­ras, Stu­di­os oder Soft­ware ent­fal­ten ihren Wert nur dann, wenn Men­schen sie sicher, effi­zi­ent und gestal­te­risch kom­pe­tent ein­set­zen kön­nen. Ein täg­li­cher Umgang damit ist unerlässlich.

Ein wei­te­rer Hin­weis aus der Pra­xis: Der Zeit­auf­wand in der Beschaf­fung und Ein­füh­rung von Tech­nik wird fast immer unter­schätzt – ins­be­son­de­re beim Auf­bau von Stu­di­os oder bei der Ein­füh­rung neu­er Tech­no­lo­gien. Wer zu opti­mis­tisch plant, ver­ur­sacht Fol­ge­kos­ten und ein orga­ni­sa­to­ri­sches Durcheinander.

Bud­get: Die knapps­te Res­sour­ce – und der größ­te Hebel

Bud­get ist die zen­tra­le Stell­schrau­be, weil sie alle ande­ren Res­sour­cen direkt beein­flusst. Teil III mei­nes Buches macht deut­lich, dass Bud­get­pro­ble­me sel­ten durch zu wenig Geld ent­ste­hen, son­dern durch feh­len­de Sys­te­ma­tik im Umset­zungs­kon­zept, aber auch im Ein­satz der ver­füg­ba­ren Mittel.

Zu den wir­kungs­volls­ten Hebeln zum sys­te­ma­ti­schen Kos­ten­spa­ren gehören:

  • Batch­pro­duk­tio­nen, Dreh­ta­ge bündeln
  • Mehr­fach­ver­wer­tung von Fil­men aber auch ein­zel­nen Sze­nen und Assets über Kanä­le, For­ma­te und Zeit
  • Bau­stei­ne und Tem­pla­tes für wie­der­keh­ren­de Inhalte
  • Vor­de­fi­nier­te Kos­ten­le­vels, die klar­stel­len, für wel­che Anwen­dung wie­viel Geld aus­ge­ge­ben wird

Der ent­schei­den­de Gedan­ke: Nicht jedes Video braucht maxi­ma­le Pro­duk­ti­ons­qua­li­tät. Aber: gewis­se Vide­os sind nur dann sinn­voll, wenn sie auch auf­wän­dig rea­li­siert wer­den können.

Manage­ment-Tools: Struk­tur schlägt Kontrolle

Je grös­ser das Video-Volu­men, des­to wich­ti­ger wird ein pro­fes­sio­nel­les Pro­duc­tion Manage­ment. Das Video-Con­tent-Play­book unter­schei­det vier Ebe­nen: kon­zep­tio­nel­le Grund­la­gen, Pro­jekt-Basics, Pro­zess- und Qua­li­täts­si­che­rung sowie ope­ra­ti­ve Führungsinstrumente.

Beson­ders rele­vant für Unternehmen:

  • Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren früh schaf­fen, nicht erst bei Problemen
  • Gui­de­lines mit Augen­maß ein­set­zen – also zur Unter­stüt­zung, nicht als büro­kra­ti­sche Hürden
  • Kla­re Ent­schei­dungs­in­stan­zen defi­nie­ren, um Pro­zes­se schlank zu halten

Fazit: Res­sour­cen ent­schei­den über Skalierbarkeit

Stra­te­gie defi­niert die Rich­tung. Krea­ti­vi­tät erzeugt Auf­merk­sam­keit. Res­sour­cen ent­schei­den, in wel­cher Grö­ßen­ord­nung Video dau­er­haft funk­tio­niert. Unter­neh­men, die Video als Busi­ness Asset ver­ste­hen, inves­tie­ren nicht pri­mär in ein­zel­ne Pro­duk­tio­nen, son­dern in die Fähig­keit, Video plan­bar, effi­zi­ent und wie­der­hol­bar einzusetzen.

➜ Die­ser Arti­kel ist Teil der Serie zu mei­nem Buch «Das Video-Content-Playbook»

Das Video-Con­tent-Play­book zeigt, wie Unter­neh­men Video stra­te­gisch, sys­te­ma­tisch und ska­lier­bar ein­set­zen kön­nen. Es schließt die Lücke zwi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie und ope­ra­ti­ver Umset­zung und ver­bin­det Mar­ken­füh­rung, Cor­po­ra­te Design, Moti­on Bran­ding, Con­tent-Sys­te­ma­tik zu einem ganz­heit­li­chen Ansatz. Das Buch rich­tet sich an Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fis, die Video nicht als Ein­zel­maß­nah­me, son­dern als inte­gra­len Bestand­teil der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­ste­hen und effi­zi­ent auf eine Mehr­wert-zen­trier­te Con­tent-Land­schaft über­tra­gen wollen.

Basie­rend auf 30 Jah­ren Erfah­rung in Krea­ti­on, Moti­on Design, Film­pro­duk­ti­on und stra­te­gi­scher Bera­tung lie­fert das Play­book pra­xis­na­he Frame­works, Best Prac­ti­ces und kon­kre­te Tools für die Ska­lie­rung von Video Content.

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